Sonntag, 13. September 2009

Ich mache meine Vorratsdatenspeicherung lieber selber


Diesen Spruch und einen Hinweis auf http://www.schtief.org habe ich mir auf ein Plakat geschrieben und bin damit auf der "Freiheit statt Angst" Demonstration herumgelaufen.

Nun dies ist sicher etwas verwirrend und ich möchte meine Aktion erklären.
Ich mache meine Vorratsdatenspeicherung lieber selber

Auf der Seite schtief.org sieht man eine Karte auf der mit Rot mein Bewegungsprofil der letzten 36 Stunden dargestellt wird. Dieses Bewegungsprofil erstelle ich anhand der Ortungsdaten die mein Handy aussendet. Diese Positionsangabe sendet mein Handy auch ohne angeschaltetes GPS, denn es verwendet nur die aktuellen Informationen der GSM-Zellen, in die mein Handy eingeloggt ist.
Neben dem aktuellen Profil kann dort über ein Datumsauswahlfeld auch mein Bewegungsprofil der letzten Monate eingesehen werden.

Ich mache meine Vorratsdatenspeicherung lieber selber
(Auf dem Screenshot sieht man mein Bewegungsprofil auf der Freiheit statt Angst Demo, dabei ist gut zu erkennen, dass wir über eine Stunde am Potsdamer Platz warten mussten bevor es verspätet losging)

Aber wieso macht der das? Ist der verrückt?

Klar verrückt bin ich schon ein bisschen, aber ich möchte damit auch provozieren und zeigen was alles möglich ist. Vor allem jetzt da mittels der Vorratsdatenspeicherung alle unsere Bewegungsprofile gespeichert werden sollte man sich darüber bewusst sein.
Auf schtief.org gehe ich noch nichtmal so weit wie die Vorratsdatenspeicherung der Bundesregierung, denn die verknüpft mit meinen Positionen auch noch all meine Kommunikation. Also wen ich wann von wo aus angerufen habe.

Verknüpft man diese Daten von einzelnen Personen und lässt clevere Algorithmen darüber laufen, dann kann auch festgestellt werden, wer wen wann wo trifft oder wer mit wem befreundet ist und sich öfters trifft.

Da mach ich doch meine Vorratsdatenspeicherung lieber selber, denn meine Daten gehören mir :-)

Schtief erklärt sein Plakat
(Schtief erklärt sein Plakat)

P.S.
Nachdem ich meine Aktion den Leuten auf der Demo so erklärt habe, kamen nur positive Reaktionen. Ich war sogar kurz in der Tagesschau zu sehen und bin auf etlichen Bildern und Blogs zu dieser Demo verlinkt.
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